Düsseldorf (ots) – Wenn einerseits die Nachfrage der Bahnkunden
steigt, andererseits aber die Gewinne der Bahn einbrechen, stimmt
etwas grundsätzlich nicht bei der Bahn. Die Ursachen dieser
Fehlentwicklung müssen rasch beseitigt werden. Das ist zuallererst
die operative Aufgabe des Bahn-Managements aus Vorstand und
Aufsichtsrat. Doch auch der Eigentümer Bund muss durch Vorgaben und
politische Weichenstellungen endlich dafür sorgen, dass die
Konzernführung die richtigen Schritte auch vollzieht. Viel zu lange
haben frühere Verkehrsminister, fast alle von ihnen kamen aus der
CSU, die Dinge bei der Bahn fahrlässig laufen lassen. Die
Bundesregierung hat hier ihre Verantwortung gegenüber Bahnkunden,
Steuerzahlern und der gesamten Bevölkerung sträflich vernachlässigt.
Denn die Bahn ist der Verkehrsträger, auf den es beim Klimaschutz
entscheidend ankommt. Viele Ursachen der Finanzmisere bei dem
Unternehmen sind bekannt: Vorhandene Investitionsmittel werden nicht
effektiv genug eingesetzt, weil es keine ausreichende Kontrolle über
die Mittelverwendung gibt. Ein Wildwuchs an Untergesellschaften
wuchert unterhalb der Führungsebene. Die Konzernführung hat wegen
einer falschen Unternehmensstruktur gar nicht die Möglichkeit,
schlecht arbeitenden Untergesellschaften auf die Finger zu klopfen.
Gewinne, die im Ausland erzielt werden, werden aufgrund einer
unverständlichen Regel im Ausland statt im Inland reinvestiert. Und
nicht zuletzt unsinnige Milliardenprojekte wie das Bahnhofsprojekt
Stuttgart 21 verhageln die Bahn-Bilanz. Die Dringlichkeit des
Klimaschutzes birgt jetzt die Chance, entscheidende Fehler zu
korrigieren. Gelingt dies nicht, wird es mit der allseits erwünschten
ökologischen Verkehrswende in Deutschland nichts.

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