Straubing (ots) – Auch wenn der kantige und schneidig
formulierende Friedrich Merz der Favorit der Basis war und bei den
Regionalkonferenzen euphorisch gefeiert wurde, gerade weil er niemals
in das System Merkel involviert war und im Gegensatz zu AKK wie Jens
Spahn als Mann von außen für einen wirklichen Neuanfang stand,
wollten die Delegierten in der Hamburger Messehalle keinen radikalen
Bruch, keine abrupte Kehrtwende um 180 Grad, sondern eine eher
moderate Kurskorrektur. Denn lange Zeit war Merkels Strategie, die
Union so breit in der Mitte aufzustellen, dass sie wahlweise mit der
FDP, der SPD oder neuerdings sogar mit den Grünen regieren kann,
überaus erfolgreich. Die Union hatte eine strukturelle
Mehrheitsfähigkeit, die SPD wurde, da aller Machtoptionen beraubt,
marginalisiert. Fast hätte es 2013 sogar zur absoluten Mehrheit
gereicht. Und es war auch nicht die Flüchtlingspolitik selber,
sondern der erbitterte Streit zwischen CDU und CSU um die
Flüchtlingspolitik, der die Union in den Grundfesten erschütterte.

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