Hamburg (ots) –

Quelle: (ots/DIE ZEIT)

Sollten die USA ihre Militärpräsenz in Afghanistan beenden, würde
sich auch die Bundeswehr vom Hindukusch zurückziehen. Das kündigt
Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen in einem Interview mit
der Wochenzeitung DIE ZEIT an. „Die Bundeswehr ist nie allein
unterwegs, sondern immer nur in Bündnissen und Koalitionen“, sagt
sie. „Gemeinsam rein – gemeinsam raus. Diese Devise gilt heute auch
noch.“ Für die Italiener genauso wie für die Briten. „Und für uns
auch.“

Von der Leyen warnt vor einem Rückzug von US-Kräften, wie ihn
US-Präsident Donald Trump angekündigt hat. Die afghanische Regierung
sei allein noch nicht in der Lage, die Sicherheit im Land zu
gewährleisten. Die Menschen wären schutzloser gegen die Taliban.
„Afghanistan würde schlimmstenfalls wieder Rückzugsgebiet und
Ausbildungsort internationaler Terroristen“, so von der Leyen.

Die Verteidigungsministerin warnt zudem eindringlich vor der
wachsenden Macht Chinas. Die Chinesen expandieren leise und Schritt
für Schritt. Nach dem Zweiten Weltkrieg bauten die USA ihre Macht
über Bündnisse und Vertrauen aus, so von der Leyen. Die Chinesen
machen das heute anders: „Sie schaffen wirtschaftliche
Abhängigkeiten, indem sie überall in der Welt Ländern Kredite geben,
die das auf Dauer kaum stemmen können. Der Preis sind Rohstoffe,
Marktzugänge und Unterstützung für Chinas Positionen auf der
Weltbühne.“ China wolle seine Interessen nicht teilen und damit auch
einschränken. In Deutschland und Europa werde die Machtpolitik
Pekings kaum thematisiert, zu unrecht. Das läge daran, dass die
chinesische Führung Europa gegenüber nicht so martialisch agiere wie
das Russland Wladimir Putins. „China umgarnt uns freundlich. Und
deshalb übersehen wir oft, wie konsequent es seine Ziele verfolgt.
Und wie clever“, sagt von der Leyen.

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