Düsseldorf (ots) – Die Zahl der dem Robert Koch-Institut (RKI) gemeldeten Fälle von Krankenhauskeimen (MRSA) ist in den vergangenen Monaten bundesweit und in NRW auf einen Tiefstand gesunken. Bis zum 3. September zählte das RKI im laufenden Jahr 852 Fälle. Im Jahr 2019 waren es insgesamt 1810, im Rekordjahr 2012 sogar fast 4500 Fälle, wie das RKI auf Anfrage der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ, Samstagsausgabe) mitteilte.

Ein Zusammenhang mit der Corona-Krise ist offensichtlich. Ende März, kurz nach dem Beginn des Lockdowns, wurden dem RKI zum Beispiel nur noch 14 MRSA-Fälle in einer Woche gemeldet (Vorjahresmonat: 50). In Nordrhein-Westfalen gab es bis Anfang September 266 Meldungen (Vorjahr insgesamt: 589). Über die Gründe für diesen Rückgang wollte sich das RKI nicht äußern. Dafür sei es noch zu früh.

Ein Sprecher der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen führt den Trend darauf zurück, dass die Kliniken ihre Kapazitäten aufgrund der Corona-KKrise in diesem Jahr deutlich zurückgefahren haben. Dem schließt sich Birgit Ross, Expertin für Krankenhaushygiene an der Uniklinik Essen an. Die Corona-Maßnahmen dürften auch dazu beitragen, dass die Probleme mit MRSA in diesem Jahr so deutlich zurückgehen. „Krankenhauskeime werden über Kontakt übertragen“, so Ross. In der Folge der Corona-Maßnahmen säßen Patienten nicht mehr eng nebeneinander, es kämen auch viel weniger Besucher in die Kliniken.

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Quelle:WAZ: MRSA-Fälle sinken bundesweit auf Rekordtief


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