Hagen (ots) – Das sind ja bahnbrechende Erkenntnisse, die da
gestern im Bundestag übermittelt wurden: Es gebe doch tatsächlich
Orte in Deutschland, aus denen die Jugend abwandere, wo die Alten
zurückblieben, der Bus nicht fahre und Internet nicht verfügbar sei,
sagte Familienministerin Giffey (SPD). Willkommen in der
Wirklichkeit, willkommen im Sauerland. Die Benachteiligung des
ländlichen Raumes ist keine neue Erfindung. Ungleiche
Lebensverhältnisse sind häufig strukturell bedingt: Es liegt nahe,
dass Züschen in naher Zukunft keinen ICE-Anschluss erhalten dürfte.
Es gibt nun mal Standortnachteile, die niemals von Menschenhand
ausgeglichen werden können. Und das ist auch gut so, denn sie sind ja
aus einem anderen Blickwinkel betrachtet Vorteile. Allerdings
entlässt das die Politik nicht aus der Verantwortung, die
Daseinsvorsorge möglichst gleichwertig zu organisieren. Nicht jeder
benötigt eine eigene Autobahnabfahrt vor der Tür, aber ohne
angemessene Mobilität, gute medizinische Versorgung und schnelles
Internet geht es nicht. Das alles ist bald wohl nicht mehr Horst
Seehofers Angelegenheit. Aber das ist eine andere Geschichte.

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