Berlin (ots) –

– Bisher geplante Verbesserung der Datengrundlage und freiwillige Maßnahmen sind Geschenk an die Industrie
– DUH begrüßt hingegen sektorenübergreifenden Ansatz
– Emissionen aus Herkunftsländern wie Russland müssen einbezogen werden
– Bundesregierung muss im Rahmen der EU-Ratspräsidentschaft Strategie nachbessern Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) fordert verbindliche Reduktionsziele für extrem klimaschädliche Methanemissionen aus dem Landwirtschafts- und Energiesektor. Mitte Oktober will die EU-Kommission ihre Methanstrategie verabschieden. Bisher plant die EU jedoch nur die Verbesserung der Datengrundlage und freiwillige Maßnahmen der Sektoren. Hier fordert die DUH eine deutliche Nachbesserung. Ausdrücklich begrüßt die DUH den sektorenübergreifenden Ansatz, der die Bereiche Energie, Landwirtschaft und Abfall abdeckt.

Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH: „Die Methanstrategie der EU-Kommission ist aktuell ein Sammelsurium leerer Versprechungen. Es scheint, als würde die Kommission von Ursula von der Leyen jede Art von verbindlichen Zielen und konkreten Handlungsvorschlägen vermeiden wollen. Dafür ist mit Blick auf die Klimaziele jedoch keine Zeit. Die Bundesregierung muss als Ratspräsidentin dringend eingreifen und die Strategie nachbessern. Es gibt genügend Ansätze, um schnell Reduktionsmaßnahmen in die Wege zu leiten. Beispiel Landwirtschaft: Schädliche Klimaeffekte und Luftverschmutzung lassen sich mit bereits bewährten Minderungsmaßnahmen abmildern wie bei Wirtschaftsdüngermanagement und Stallkonstruktionen, die an Klimaschutz angepasst sind. Dafür braucht es eine klare Zielsetzung, keine langwierige erneute Auflistung von Maßnahmen.“

Seit 2013 steigen die extrem klimaschädlichen Methanemissionen aus der Landwirtschaft in der EU. Mehr als die Hälfte der europäischen Methanemissionen stammt aus diesem Sektor, hauptsächlich aus der intensiven Tierhaltung. Deshalb sind verbindliche Vorgaben zur Minderung der Emissionen dringend notwendig, um die Klimaschutzziele einhalten zu können. Zugleich ist Methan ein Vorläuferstoff von bodennahem Ozon, das schädlich ist für die menschliche Gesundheit und das Pflanzenwachstum. Eine Reduzierung von Methanemissionen kann damit auch die Ozonbelastung in Europa verringern.

Neben den Emissionen aus der Landwirtschaft sind diejenigen aus Förderung, Verarbeitung und Transport von Erdgas von großer Bedeutung. Methan ist Hauptbestandteil von Erdgas. Auch diese Emissionen wachsen stark und sind nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur (IEA) bisher unterschätzt. Die IEA rechnet weltweit mit 80% höheren Verlustraten als von Öl- und Gasunternehmen angegeben.

Constantin Zerger, Leiter Energie und Klimaschutz der DUH: „Bisher liest sich die Methanstrategie wie der Wunschzettel der Erdgas-Industrie. Dabei ist schon heute klar: Wir müssen so schnell wie möglich handeln und mithilfe europäischer Gesetzgebung die Gasindustrie zu Reduktionsmaßnahmen verpflichten. Dies gilt auch für den Import von Erdgas aus Drittländern außerhalb der EU, wie zum Beispiel Russland. Hier ist eine klare Positionierung Deutschlands als größter Gasmarkt besonders wichtig.“

Die Emissionen aus Drittländern, die bei der Förderung, Verarbeitung und dem Transport von Gas entstehen, sind nach Einschätzung der EU-Kommission vier bis acht Mal so hoch wie die EU-internen Methanemissionen der Gaswirtschaft. So lange die Methanstrategie diese Quellen nicht einbezieht, bleibt sie unvollständig und unwirksam.

Hintergrund

Die Methanstrategie der Kommission soll voraussichtlich Mitte Oktober verabschiedet werden. Bis dahin sind Nachbesserungen möglich, derzeit werden die einzelnen Ressorts der Kommission konsultiert. Auf Grundlage der sogenannten Governance-Verordnung hätte die Methanstrategie durch die EU Kommission bereits Ende 2019 verabschiedet werden müssen- die Strategie ist deshalb bereits jetzt erheblich verspätet.

Methan ist ein hochwirksames Treibhausgas. Über einen Zeitraum von 20 Jahren entspricht seine Klimawirkung (global warming potential) dem 86-Fachen von CO2. Methan ist nach CO2 das wichtigste Treibhausgas und für ein Viertel der Erderhitzung verantwortlich.

Im Projekt „Clean Air Farming“ (LIFE17 GIE/DE/610) kämpft die DUH zusammen mit europäischen Partnern für die Implementierung geltenden Rechts zur Minderung von Ammoniak und Methan aus der Landwirtschaft. Weitere Informationen: https://www.clean-air-farming.eu

Das Projekt wird vom LIFE-Programm der Europäischen Union gefördert.

Kontakt:

Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer

0160 90354509, mueller-kraenner@duh.de (mailto:mueller-kraenner@duh.de)

Constantin Zerger, Leiter Energie und Klimaschutz

0160 4334014, zerger@duh.de (mailto:zerger@duh.de)

DUH-Pressestelle:

Matthias Walter, Marlen Bachmann, Thomas Grafe

030 2400867-20, presse@duh.de (mailto:presse@duh.de)

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Quelle:EU-Methanstrategie reicht noch nicht aus: Deutsche Umwelthilfe fordert verbindliche Maßnahmen für weniger klimaschädliches Methan aus Landwirtschaft und Energie


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