Am 1.6.1998 startete die Europäische Zentralbank als Währungshüterin des Euro in Frankfurt am Main eher unscheinbar in einem der zahlreichen Hochhäuser im Bankenviertel. Extravagant wirkte nur das Eurozeichen mit Sternen.

Am 1.6.1998 startete die Europäische Zentralbank als Währungshüterin des Euro in Frankfurt am Main eher unscheinbar in einem der zahlreichen Hochhäuser im Bankenviertel. Extravagant wirkte nur das Eurozeichen mit Sternen. Diese Leuchtreklame, ein Geschenk des Künstlers Ottmar Hörl, ist ein beliebtes Fotomotiv unter Touristen.
Seit 2015 mischt sich die EZB nicht mehr unter die anderen Banken in der Innenstadt, sondern residiert etwas weiter entfernt in einem repräsentativen Gebäudekomplex auf einem 14 Hektar großen Areal. Der EZB-Neubau befindet sich direkt am Flussufer des Mains im aufstrebenden Frankfurter Stadtteil Ostend. Er entstand aufwendig, unter Einbeziehung der historischen und unter Denkmalschutz stehenden Großmarkthalle aus dem Jahr 1928, nach einem Entwurf des renommierten avantgardistischen Wiener Architekturbüros Coop Himmelb(l)au.
Bei schönem Wetter sammeln sich abends Fotografieliebhaber auf den Mainbrücken, um bei Sonnenuntergang ein spektakuläres Panoramafoto von der Europäischen Zentralbank, dem Main sowie der Skyline von „Mainhattan“ zu schießen.

Die Problematik der europäischen Geldpolitik: zu viele unterschiedliche Volkswirtschaften

Jedes Euroland hat seine eigene Volkswirtschaft. Dazu gehören auch eine selbstständige Sozial- und Fiskalpolitik. Die Konjunkturzyklen der einzelnen Mitgliedsländer in der Eurozone verlaufen demnach nicht parallel: eine Herausforderung für die Währungshüter. Die EZB wird es aller Voraussicht nach solange nicht schaffen, für alle Staaten zum jeweiligen wirtschaftlichen Umfeld und zu jeder Zeit die passende Geldpolitik zu liefern, bis eine gesamteuropäische sozial- und fiskalpolitische Union umgesetzt wird. Bis dahin wird es immer Gewinner und Verlierer innerhalb der Eurozone geben. Schon 1998 galt es, die 11 unterschiedlichen Volkswirtschaften der ersten Euro-Teilnehmerländer zu vereinen. 2018 sind es nun schon 19 Staaten mit individuellen inländischen wirtschaftlichen, politischen sowie sozialen Bedürfnissen.

Die Politik spielt bei der Erhaltung des Euro als Einheitswährung eine größere Rolle als einst angenommen. Die notwendigen Strukturreformen aller Euroländer gemeinsam konnten aufgrund von Blockaden einzelner Länder noch nicht verwirklicht werden, denn selbst die beiden Regierungen der wichtigsten Teilnehmer Deutschland und Frankreich können sich nicht auf ein für beide Seiten zufriedenstellendes Konzept einigen.
In der Zwischenzeit ist die Bilanzsumme der Europäischen Zentralbank wegen der Eurorettungsmaßnahmen auf 40 Prozent des Bruttoinlandsprodukts der Eurozone gestiegen.

Die positive Seite: Die EZB hat in Europa und der Welt Vertrauen in ihre Institution aufgebaut

Die Hauptaufgabe der Europäischen Zentralbank ist und bleibt die Gewährleistung der Preisstabilität in der Währungsunion. Das Ziel ist eine Teuerungsrate unter 2 Prozentpunkten. Dies gelingt bereits seit 20 Jahren: Seit Anfang 1999 beträgt die durchschnittliche Inflationsrate in der Eurozone 1,7 Prozent im Jahr. Im Langzeitvergleich lagen die Preissteigerungsraten in der Bundesrepublik mit der D-Mark unter Führung der Deutschen Bundesbank darüber.
In den 1970er-, 1980er- sowie 1990er-Jahren gab es in Deutschland höhere Inflationsraten als seit der Einführung des Euro. Zeitweise lag die Teuerung bei über 6 Prozentpunkten. Allerdings bestand für deutsche Sparer ein entscheidender Ausgleich: hohe Zinsen auf Spareinlagen. Sparen hatte sich damals noch gelohnt.
Die Finanzkrise um das Jahr 2008 sowie die griechische Staatsschuldenkrise beginnend 2010 stellten gewaltige Herausforderungen für die Währungsunion dar. Die per Vertrag politisch und staatlich unabhängige EZB hat hier Handlungsfähigkeit bewiesen und die Länder konsequent durch die Schuldenkrise geführt. Dies hat ihr ein verdientes Vertrauen in ihre Institution eingebracht. Die EZB hat sich der europäischen Idee verschrieben. Neben der Sicherstellung der Preisstabilität hat der Zusammenhalt des Euro für den jeweils amtierenden Präsidenten und dessen Mitarbeiter höchste Priorität. Mit Erfolg: Der Euro gilt weltweit, auch noch nach der Schuldenkrise, als stabile und vertrauenswürdige Währung.

Bildquelle: https://pixabay.com/de/eurotower-hochhaus-innenstadt-2867928/

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